Taspinarteppiche/ Beispiele Knoten, v. l. · Courtesy Auktionshaus Bergmann, Courtesy visitturkey.gov.tr, Zeichnung C. R. [229]

Herr D.
Orientteppiche

Orientteppiche

Orientteppiche sind handgeknüpfte Teppiche aus den Ländern des sog. Orients wie Türkei (Anatolien),
 Kaukasus, Persien, Turkestan,
 Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal oder China. Die Übereinstimmung von Teppichmuster, Machart und Ursprungsland ist für den Wert eines Orientteppichs wichtig. So ist ein Teppich mit dem Aussehen eines anatolischen Teppichs, der jedoch in Rumänien geknüpft worden ist, kein orientalischer und vor allem nicht ein anatolischer Teppich. Teppiche wurden vor allem zur Wärmeisolation geknüpft und waren Teil des nomadischen und bäuerlichen Alltags. Es gibt jedoch auch vier Dynastien verschiedener Imperien, die in Hofmanufakturen das Gebrauchshandwerk zum Kunsthandwerk erhoben. (Osmanische und safawidische Hofmanufakturen, die Moghul Werkstätten und die Mamluk-Sultanats-Werkstätten). Orientteppiche werden aus Wolle (Schafe, Ziegen, Kamele), Seide und Baumwolle hergestellt. Die Teppiche bestehen aus den Grundelementen Kette, Schuß und Flor. Unter Ketten versteht man die im Knüpfstuhl vertikal gespannten Fäden. Die Schußfäden sind die horizontal zwischen den Ketten hindurch gezogenen Fäden. Kette und Schuß bilden das Grundgewebe des Teppichs. Mit Flor bezeichnet man die Fäden, die in einem bestimmten Modus um die Kettenfäden geschlungen werden und die das sichtbare Knüpfwerk ausmachen. Die Knoten sind dicht aneinandergereiht und werden von den KnüpferInnen Reihe für Reihe jeweils fest mit dem nächsten Schußfaden zusammengepreßt. Je größer die Knotendichte pro Quadratzentimeter ist, desto länger braucht die KnüpferIn dafür und desto feiner ist ein Orientteppich. Bei den Knoten handelt es sich mehr um ein Umschlingen der Kettenfäden. Es gibt verschiedene Knotenarten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Gördes- oder türkischen
 und dem Senneh– oder Persischen Knoten. Beide Knotenarten finden sich jedoch überall. Obwohl es bestimmte Muster gibt, die innerhalb einer Tradition immer wiederholt werden, bieten die Teppiche die Möglichkeit einer individuellen und künstlerischen Gestaltung. Manche sprechen auch von einer vierten Dimension des Orientteppichs. Sie wird beeinflußt von den sozialen, geschichtlichen, religiösen, kunsthistorischen Gegebenheiten einer Gegend und wirken sich auf die Materialwahl, die Verarbeitung, Färbung, die Verknüpfung und vor allem auch die Musterung und Zeichnung aus. In diesem Zusammenhang stehen auch die Grundelemente oder Grundformen, die bei vielen Orienttepichen nach dem Unendlichkeitsprinzip angeordnet sind.
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Taşpinar Carpets

Taşpinar is a small village located near the base of the Tauros Mountains, about 25 km south of Aksaray, whose carpets are known and admired around the world. Oriental Carpets of Central Anatolia are typically divided into regional categories. The Taşpinar Carpet is a Village Carpet of the Konya region. Richly colored and elegantly designed, Taşpinar Carpets are considered among the most beautiful Anatolian carpets, exhibiting a Persian influence in their traditional combination of plant and geometric motifs. More recent influences from the Caucasus and beyond have lent more variety to Taşpinar designs. To this day, the carpets are made from hand-spun woll and colored using natural, plant-based dyes. Over the years, a properly maintained Taşpinar will develop a silken quality as the lanolin rises to the surface of the fibers.
[227] Taspinarteppiche/ Beispiele Knoten, v. l.
Grundriss Kindheitsraum 1

Zur Geschichte von Herrn D.

Herrn D's Mutter stammte aus dem nahegelegenen Taşpinar und der Sitzbereich des Hauses war mit den von ihr selbstgewebten Taşpinarteppichen ausgelegt.