Notiz 1, Laden, Herr K

Herr K.
Laden

Zur Geschichte von Herrn K.

Als Herr K. nach seiner Studienzeit in Deutschland wieder nach Budapest ging, gründete er dort mit seinen Freunden 2001 ein Café, das Szimpla Budapest. Sie wollten bewusst ein Café eröffnen, das an die Tradition der Budapester Kaffeehäuser anknüpfte. Durch den Krieg und die kommunistische Ära war diese Tradition abgebrochen. Nach der Wende wurden vor allem die großen, ehemaligen Kaffeehäuser restauriert. Diese eleganten und teuren Cafés wurden und werden hauptsächlich von Touristen besucht. Zu jener Zeit gab es eigentlich nur das Eckermann, in das man gehen konnte. Kneipen im Sinne von richtigen Kaffeehäusern, in denen man auch ohne Verabredung Freunde trifft und in denen Ideen diskutiert oder neue entwickelt werden, fehlten. Also eröffneten sie das Szimpla und unmittelbar danach das Szimpla Kert und das Dupla. Szimpla Kert liegt im jüdischen Viertel. Dieses begann sich damals zu einem der lebendigsten Bezirke Budapests zu entwickeln. Die Presse hat die Kaffeehäuser von Herrn K. und seinen Freunden oft mit den Kneipen in Berlin in den Neunzigern verglichen. Auch weil die Betreiber im Szimpla Kert das erste und einzige Freiluftkino in Budapest eröffnet und neben Konzerten Filmfestivals für Animation- und Kurzfilme veranstaltet haben. Aus den Filmfestivals ist ein Filmverleih, - von Herrn K. geführt - und eine Filmproduktionsfirma hervorgegangen. Das Szimpla Kert liegt übrigens auch in einer Gärtnerstrasse, der Kertész utca. Als Herr K nach Berlin kam, war es naheliegend, ebenfalls ein Café zu eröffnen. Gemeinsam mit seinen Freunden aus Budapest suchten sie ein geeignetes Lokal. Das Szimpla Berlin führt die Kaffeehaustradition von Budapest hier in Berlin weiter und neben ungarischen Weinen und Speisen kann man ungarische Literatur kaufen und ungarische Musiker hören. Regelmäßig treten Gruppen auf und einmal pro Monat gibt es einen Abend für ExilUngarn und Ungarnliebhaber.
[190] Szimpla, Budapest
Szimpla Kert 3