Illustration Paeonia mascula · Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé [153]

Frau B.
Herkunft

Piwonia, Paeonia officinalis, Pfingstrose

Die Pfingstrose gehört zu der Familie der Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae) und umfaßt 33 Arten. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Eurasien. Sie ist vor allem in Südeuropa und Ostasien verbreitet. In Mitteleuropa findet man in erster Linie die echte Pfingstrose (Paeonia officinalis) und die sog. Gemeine Pfingstrose. Peonien sind sommergrün und haben große segmentierte Blätter. Sie haben holzige Wurzelstöcke und werden den Stauden zugerechnet. Die meisten Pfingstrosenarten brauchen kalte Ruhezeiten im Winter, um Blütenknospen auszubilden. Sie blühen ab April/ Mai und erfreut sich ihrer großen, rosenartigen Blüten wegen großer Beliebtheit. Die Päonie wird in China seit über 4000 Jahren als Gartenpflanze kultiviert. In der griechischen Antike hatte sie auch als Medizinalpflanze grosse Bedeutung. Durch die Benediktinermönche wurde die echte Pfingstrose als Heilpflanze über die Alpen nach Mitteleuropa gebracht und in den Klostergärten angepflanzt, weshalb sie manchmal auch Bendiktinerrose genannt wird. Hildegard von Bingen empfahl die Samen als Basis eines Heilmittels gegen Bessessenheit und bis ins 19. Jh wurde mit der Pfingstrose Epilepsie behandelt. Die Blüte der Pfingstrose verkörpert in der christlichen Symbolik Reichtum, Heil, Heilung und weibliche Schönheit. Die Rose ohne Dornen oder auch Marienblume findet sich auf dem Gemälde "Das Paradiesgärtlein" (1410, Maler unbekannt, Museum Städel, Frankfurt), auf zahlreichen holländischen Blumenbildern und in der Moderne bei Manet, Delacroix, Renoir, Fantin-Latour, Bazille und Gauguin.
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