Szczecinek, Rathaus · Małgorzata Nowak [145]

Frau B.
Herkunft

Geschichte von Szczecinek

Szczecinek (deutsch: Neustettin) liegt im äußersten Osten der Woiwodschaft (Westpommern) im Landkreis Szczecinek und hat etwa 42'000 Einwohner. Die Stadt liegt im Zentrum der Draheimer Seenplatte am See Trzesiecko, in nächster Nähe vom Wielimie See. Die umgebende Landschaft wird von vielen schönen Mischwäldern und Seen geprägt. Die Stadt wurde 1376 von Herzog Wartislaw VII gegründet und gehörte nacheinander zu den pommerschen Teilherzogtümern Rügenwald (bis 1418), Wolgast (bis 1474) und Stettin (bis 1618). Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Neustettin Brandenburg eingegliedert. 1818, nach der preußischen Verwaltungsreform wurde die Stadt zum Verwaltungssitz des neu geschaffenen Landkreises Neustettin und gehörte somit zu Preußen und ab dem Jahr 1871 zum Deutschen Reich. 1881 wurde die Synagoge der Stadt niedergebrannt. In Neustettin und anderen Orten Hinterpommerns kam es wiederholt zu judenfeindlichen Ausschreitungen. Ein zweites Mal wurde die Synagoge 1938 in der Reichskristallnacht von den Nationalsozialisten zerstört. Im zweiten Weltkrieg gab es in der Stadt zwei Zwangsarbeiterlager. Szczecinek wurde am 27. Februar von der Roten Armee erobert. Da der Kampf um die Stadt nur einen Tag lang dauerte, blieb Szczecinek relativ unbeschädigt. Die Stadt wurde nach der Eroberung unter polnische Verwaltung gestellt. Viele deutsche Familien flohen vor der anrückenden Roten Armee. Durch die politischen Umwälzungen nach dem zweiten Weltkrieg (siehe Konferenz von Jalta 1945, Postdamer Abkommen 1945) kam es zu Zwangsumsiedlungen sowohl von deutschen Bewohnern aus Szczecinek nach Deutschland als auch von polnischen Bürgern des ehemaligen Ostpolens nach Szczecinek. Zitat: "[...] Anhand mehrerer Fallstudien vermochten es die Teilnehmer auch, den soziologischen Prozess nachzuzeichnen, durch den es in Westpommern (wie in den sogenannten „wiedergewonnenen Gebieten“ allgemein) zu einem fast integralen Bevölkerungsaustausch kam. ADAM KARPOWICZ wählte Wangerin, das nach dem Krieg in Węgorzyno umbenannt wurde, wobei er nicht nur die unmittelbare Nachkriegszeit in Betracht zog, sondern auch die Kriegsjahre, in denen sich durch Zwangsarbeit am Bau der Reichsautobahn Berlin-Königsberg bereits zahlreiche nichtdeutsche Bewohner in der Ortschaft angesiedelt hatten. [...] Einen besonderen Einblick gab PIOTR BŁAŻEWICZ, der das Los der ukrainischen Ausgesiedelten in ihrer neuen westpolnischen Heimat unter die Lupe nahm. Als Randgruppe hatten sie nicht selten Schwierigkeiten im Umgang mit den neuentstandenen polnischen Lokalbehörden, so beispielsweise in Trzebiatów nad Regą (ehemals Treptow an der Rega). [...]" (Tagungsbericht Zweiter Weltkrieg und Zwangsumsiedlungen in Westpommern. 09.10.2008-12.10.2008, Kulice, in: H-Soz-u-Kult, 19. Dezember 2008, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=2429) In Szczecinek gibt es heute sechs römisch katholische Gemeinden, drei protestantische, eine griechisch-katholische und eine griechisch-orthodoxe. Einmal im Monat findet eine Messe in deutscher Sprache statt.
[154] Grundriss Kindheitsraum 1